| Mo Mai 28 Pfingstmontag (Feiertag) |
| Di Mai 29 Pfingstferien |
| Do Jun 07 Fronleichnam (Feiertag) |
| Fr Jun 08 Unterrichtsfrei: Beweglicher Ferientag |
| Di Jun 12 @16:00 - 18:00 Begrüßung der neuen 5. Klassen / 1. Teil |
| Do Jun 14 @08:00 - 17:00 Begrüßung der neuen 5. Klassen / 2. Teil |
| Mo Jun 18 A1-A3 mündliche Abiturprüfung |
| Fr Jun 22 @11:00 - 12:00 Abschlussgottesdienst der Abiturienten |
| Fr Jun 22 @12:30 - 14:30 Entlassfeier der Abiturienten |
| So Jul 01 @17:00 - 19:00 Sommerkonzert Leibniz-Gymnasium |
| Name oder Programm |
| Der Name |
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Seite 1 von 2 LEIBNIZ - NAME ODER PROGRAMM?Notizen zu einer (noch) nicht geführten Debatte Die Ursprungsgeschichte einer Schule beginnt eigentlich immer mit einem Namen. Es gibt kein namenloses Gymnasium. Die älteren Gymnasien der Stadt hießen früher anders, man kann froh sein, daß sie ihre Namen nach 1945 verloren haben. Die Geschichte der gymnasialen Schulnamen ist eine Quelle lokaler Schulgeschichte, sie führt unversehens ins Monsterkabinett vergreister Feldmarschälle und größenwahnsinniger Kanzler. Erst nach 1945 kamen die Namen graziler Dichterinnen und anerkannter Mathematiker in Mode. Und es ist sicher kein Zufall, daß unsere Schule in den 60er Jahren, also im optimistischsten Nachkriegsjahrzehnt, den Namen des optimistischsten deutschen Aufklärungsphilosophen erhielt: Leibniz. So einfach indes ist die Geschichte der Namensgebung nicht zu ermitteln. Klar und anspruchsvoll klingt „Leibniz". Aber eine wirkliche Aufhellung der Namensgebung ist wohl kaum noch möglich. Soviel ist aus meiner Sicht unstrittig: Der erste Schulleiter der Schule, Dr. Weigel, hat einen erheblichen Anteil an der Namensgebung. Ein Name mußte gefunden werden, und „Leibniz" war, wie ich finde, eine wirklich überzeugende Wahl. Und das gleich in mehrfachem Sinne. Nach dem Ende der „Typengymnasien" mit ihren Sonderzweigen (altsprachliche, neusprachliche, mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasien) vereinigt der Name GOTTFRIED WILHELM LEIBNIZ (1646-1716) ein breites Spektrum universalischer Bildung. Der Philosoph Leibniz war nämlich zugleich (die Reihenfolge ist willkürlich) Mathematiker, Historiker, Theologe, Staatskundler, Jurist, Physiker, Wissenschaftsorganisator, Bibliothekar, Diplomat, Hofbeamter, Sprachforscher, Erzieher. Daneben schrieb er sich mit über Tausend Briefpartnern in Europa und Übersee. Allein 15300 Briefe an Leibniz sind erhalten, darunter einige aus Indien und China. Für das 17. und frühe 18. Jahrhundert ein echtes „Internet" der Wissenschaft: der Aufbau eines verzweigten Kommunikationssystems, das zweierlei leistete: Dialog und Wissensvermittlung. Das Rechengenie Leibniz betrieb nicht nur algebraische Studien und veröffentlichte Beiträge zur Differential-, Integral- und Infinitesimalrechnung (was - Wissenschaftler waren zu allen Zeiten eitel - zu Dauerstreitigkeiten mit Newton und zu Plagiatvorwürfen führte), sondern beschäftigte sich auch mit Rechenmaschinen und praktischen Anwendungen mathematischer Theorien. Leibniz - ein erster Informatiker? Zumindest im Vorfeld der Kybernetik findet sich sein Name „Wenn ich unabhängig von der Geschichte der Wissenschaft einen Schutzpatron für die Kybernetik wählen sollte, würde ich Leibniz nennen. Die Philosophie Leibniz kreist um zwei engverwandte Begriffe - den einer universellen Symbolik und den eines Kalküls der Vernunft", schreibt der Kybernetiker Norbert Wiener im Jahre 1947. Mit „Vernunft" ist natürlich die gesamte Leibnizsche Philosophie nur schlagwortartig umrissen, aber die Bedeutung eines „Kalküls der Vernunft" als Basiselement Leibnizschen Denkens ist wohl unstrittig. Die knappen philosophiegeschichtlichen Formeln (nach vielen Philosophie-Prüfungen des mündlichen Abiturs kenne ich sie inzwischen einigermaßen) klingen aus heutiger Sicht ebenso anrührend wie provokativ. Unsere Welt - die beste aller möglichen Welten? Vernunft als Grundbaustein der Welt? Eine Einheit von Logik, Mathematik und Moral? Einfache, beseelte Substanzen (die sog. „Monaden"), die das gesamte System der Welt in „prästabilierter Harmonie" repräsentieren? Kein Zweifel: Der Name Leibniz steht für ein - bereits Geschichte gewordenes - Programm. Nur in gebührender Distanz kommt der Name auf uns zu (auch wenn inzwischen Wissenschaftsgesellschaften, Schulen, Straßen und sogar Kekse den Namen Leibniz tragen). Der historische Abstand ist nicht zu überbrücken und nicht hinwegzuleugnen. Zwar mögen wir uns damit trösten, daß vieles von dem, was der universale Pionier Leibniz aufgebaut hat, inzwischen vielerlei Früchte getragen hat. Aber es wäre vermessen, von der Leibnizzeit bis heute eine Kontinuität im Sinne einer linear aufsteigenden Fortschrittsgeschichte behaupten zu wollen. Das Bewusstsein für den historischen Abstand zu Leibniz ist aus meiner Sicht notwendig, will man nicht den Namen des Philosophen als bloße Sonntagsrednerformel vereinnahmen. Mit Blick auf das 20. Jahrhundert haben Philosophen der Gegenwart wohl nicht zu Unrecht vom „Alptraum der Vernunft" gesprochen. Keine hundert Jahre nach Leibniz Tod zeichnet Goya sein berühmtes Capricho Nr. 43 (1797), das den Spruch enthält: „Der Traum <oder Schlaf?> der Vernunft gebiert Ungeheuer" - ein Satz, der sich heute wie ein Begrüßungsmotto für die folgenden zwei Jahrhunderte liest.
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