| Mo Mai 28 Pfingstmontag (Feiertag) |
| Di Mai 29 Pfingstferien |
| Do Jun 07 Fronleichnam (Feiertag) |
| Fr Jun 08 Unterrichtsfrei: Beweglicher Ferientag |
| Di Jun 12 @16:00 - 18:00 Begrüßung der neuen 5. Klassen / 1. Teil |
| Do Jun 14 @08:00 - 17:00 Begrüßung der neuen 5. Klassen / 2. Teil |
| Mo Jun 18 A1-A3 mündliche Abiturprüfung |
| Fr Jun 22 @11:00 - 12:00 Abschlussgottesdienst der Abiturienten |
| Fr Jun 22 @12:30 - 14:30 Entlassfeier der Abiturienten |
| So Jul 01 @17:00 - 19:00 Sommerkonzert Leibniz-Gymnasium |
| Geleitwort |
| 30 Jahre Leibniz-Gymnasium | |
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Dreißig Jahre, schon dreißig Jahre alt - das Leibniz Gymnasium in Gelsenkirchen-Buer? Wer die Entwicklung der Schule von 1966 miterlebt hat: von der „Zellteilung", der „Abspaltung" vom Max Planck Gymnasium bis heute, der wird sich vielleicht noch an die Gründungsära erinnern und ein bißchen wehmütig darüber sein, daß nun nach dreißig Jahren die Phase der Jugendlichkeit unserer Schule wohl endgültig vorbei ist...- Dreißig Jahre Leibniz?! Wie auch immer: ein Anlaß zum Feiern besteht allemal! Die Gründungsphase der Schule ist trotz aller Recherchen noch keineswegs so klar, wie es scheint. Daher bin ich auf die Festschrift sehr gespannt, zumal professionelle (Lokal-)Historiker (wie Herr Dr. Weigel, der erste Schulleiter des Leibniz Gymnasiums) am Werke sind. Wann vollzog sich die Gründung? Wer war daran beteiligt? Und vor allem: Wie kam die Schule zu ihrem Namen? Von Max Planck zurück zu Leibniz, das ist nun durchaus ein Programm, und zwar nicht nur eine Verabschiedung von einem naturwissenschaftlichen „Typengymnasium", sondern ein öffentliches Bekenntnis zu einer universalistischen (heute würden wir sagen: fächerverbindenden und -übergreifenden) Wissenschaftsidee, die mit dem Namen zugleich eine aufklärerische Tradition anruft. Aus meiner Sicht für 1966 eine mutige Entscheidung, denn nicht die Verbindung, sondern die sich abgrenzende Spezialisierung von Fächern, Disziplinen und Teildisziplinen wurde allenthalben vorangetrieben und erlebte in der ersten Oberstufenreform ihren Höhepunkt, als jedes Fach für sich in seiner Wissenschaftlichkeit anerkannt und „gleichwertig" wurde. Eine dreißigjährige Schulgeschichte bietet nicht nur Anlässe zum Feiern und Erinnern, sondern begründet auch das Recht auf eine eigene Tradition. Das größte Gymnasium der Stadt Gelsenkirchen hat sich bisher damit eher etwas schwer getan. Im Glauben, letztlich aus einer Formation des Max Planck Gymnasiums hervorgegangen zu sein, hat zumindest ein Teil des Kollegiums lange Zeit die eigene Geschichte als eine Art „Teilungsgeschichte" verstanden. Als 1991 die Schule 25 Jahre alt wurde (und dies offiziell nicht feierte - bis auf ein Schulkonzert: in der Aula des „Max Planck"....!), machte der Spruch die Runde: „Teilungen feiert man doch nicht, man feiert Vereinigungen." Die Situation hat sich inzwischen deutlich verändert. Aber hinter dem Bonmot (zum still begangenen) Fünfundzwanzigsten stand ein anderer Spruch, der in den Mauern unserer Schule nun schon dreißig Jahre herumspukt. Es war ein legendärer Ausspruch des an den Goldberg verziehenden Schulleiters Dr. Hülsermann, eine Sentenz, die zur Gelsenkirchener Schulgeschichte gehört: „Die Tradition nehmen wir mit." Was blieb, war ein altes Gebäude, ein Restkollegium - und ein neu gegründetes Gymnasium. „Die Tradition nehmen wir mit": Ich habe, als ich im Februar 1990 an die Schule kam, in den Regalen des Schulleiterzimmers eine Festschrift des Max Planck Gymnasiums gefunden mit den Angaben „1858 -1983" ( und da kommen mir dann doch Zweifel, denn es gab viel 1858 in Buer, nur sicher kein Gymnasium!). Als Literarhistoriker bin ich im übrigen sehr skeptisch, ob man Traditionen überhaupt „mitnehmen" kann. Nach dreißig Jahren haben wir allen Grund, danach zu fragen, ob das Leibniz Gymnasium nicht inzwischen längst eine eigene Tradition gebildet hat. Sie begründet sich freilich nicht auf Schulfahnentuch, Kommersgesang und Kleinbürgerstolz. Sie ist vielmehr aufs engste verbunden, ja verstrickt mit dreißig Jahren fast permanenter Schulreform, mit sich verändernden Schülerzahlen und sich wandelnder Schülerschaft. Und nicht zuletzt mit einer erfolgreichen Geschichte schulischer Selbstbehauptung und Eigenständigkeit. Die Bereitschaft, sich im Interesse der Schülerinnen und Schüler auf Neues einzulassen, läßt sich von der Vorbereitung und Durchführung der Oberstufenreform bis zur aktuellen Diskussion um Schulprogramm und Fächerprofil verfolgen. Die Festschrift wird einige markante Punkte und Zäsuren der Schulgeschichte bis hin zum notwendig gewordenen Erweiterungsbau 1994 illustrieren. Das Leibniz Gymnasium, in einer Phase der Modernisierung und des Umbruchs entstanden und in der Folgezeit immer wieder neu mit Veränderungsschüben konfrontiert (neue Richtlinien in den 70er und frühen 80er Jahren, Lehrpläne der Sekundarstufe I zu Anfang der 90er Jahre, Ausgestaltung der Erprobungsstufe, Differenzierte Mittelstufe, „Dauerreform" der Oberstufe u.a.m.), hat schulgeschichtlich teil an der Tradition der Moderne. Die Ansprüche eines modernen Gymnasiums waren von Anfang an sichtbar. Die Naturwissenschaft hat traditionell einen festen Schwerpunkt an der Schule; sie dokumentiert sich in der Kontinuität von Leistungskursen in allen Fächern. Die Anwählen für Fächer wie Chemie liegen weit über dem Landesdurchschnitt. Der naturwissenschaftliche Trakt, ein erstes Neubauprojekt, hat nach wie vor beispielhaften Charakter; um Angebot, Schulinteresse und Ausstattung beneidet uns so manche Schule. Es gibt weitere Elemente ausgesprochen moderner Schulstrukturen. Dazu gehören wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Ausrichtungen, die von Anfang an zu den Besonderheiten des Leibniz Gymnasiums gehören. Aber die vielfältigen Ansprüche an das Gymnasium sind nicht mit attraktiven Sonder- und Zusatzangeboten zu entgelten, sondern müssen sich im Alltag zeigen, und zwar in der gesamten Fächerpalette, im Ensemble aller Aufgabenbereiche. Aus meiner Sicht gehört es zur Schultradition des Leibniz-Gymnasiums, daß Wahlmöglichkeiten sich an vielfältigen Fähigkeiten, Begabungen und Interessen orientieren. Wir waren und sind (trotz eines sich abzeichnenden Lehrermangels) in der glücklichen Situation, die Wahl unterschiedlicher Schwerpunkte und Laufbahnen umzusetzen. Ich nenne als ein aktuelles Beispiel die Konzeption zur Differenzierten Mittelstufe, die auf anschauliche Weise verdeutlicht, daß eine große Zahl von Fächern den Freiraum von Planung und Unterricht nutzt: ein Ausdruck für die Bereitschaft einer beachtlichen Zahl von Kolleginnen und Kollegen, schülerorientierte Prinzipien des Lehrens und Lernens zu erproben. In den kommenden Jahren werden wir in einem Schulprogramm unsere Angebote und Schwerpunkte entsprechend transparent machen und koordinieren. Zur „Leibniz"-Tradition gehört von Anfang an ein reichhaltiges Schulleben, die Festzeitschrift zeigt einige charakteristische Konturen. Diese Tradition ist nicht unwichtig; denn sie fördert die Herausbildung eines eigenen schulischen Selbstverständnisses, das sich auf das gesamte Arbeitsund Lernklima positiv auswirkt und so dem Unterricht in allen Fächern zugute kommt. Die Breite der Aktivitäten ist in vielen Bereichen außerordentlich beachtlich und keineswegs selbstverständlich. Eine „Schule mit einem Schuß Unternehmergeist" (so die TAZ über uns am 7. Juni 1996)? Aus meiner Sicht trifft die Charakteristik durchaus zu. Aber ich möchte an dieser Stelle nicht alle Aktivitäten und Einzelheiten aufführen (die Festschrift spiegelt vieles wider), sondern nach der Motivation für die Vielzahl der „Unternehmungen" fragen. Das Leibniz Gymnasium steht auf eigenen Füßen; als fünfzügiges Gymnasium (mit zum Teil sechs Klassen in einer Jahrgangsstufe) bedarf es keiner stützenden Partner und ist doch für ein differenziertes Oberstufenangebot traditionell bekannt. Noch etwas anderes kommt hinzu. Die Schülerinnen und Schüler unserer Schule identifizieren sich - und das ist aus meiner Sicht keineswegs selbstverständlich, sondern ein Glücksfall - mit ihrem „Leibniz". Das gilt selbstverständlich - wie an den meisten Schulen - für unsere Erprobungsstufen, aber eben auch für diejenigen Klassenstufen, die eher schon altersbedingt auf Distanz zur Schule gehen, ja sie zuweilen als „nervig" und „ätzend" ablehnen. Die selbstbewußte, oft selbstverständliche Identifikation mit der Schule, nicht zuletzt auch für die Oberstufe: ein Grund mehr, die eigene Tradition anzunehmen und mit Genugtuung zurückzublicken. Ich jedenfalls habe seit 1990, dem Jahr meines Amtsantritts, keine Abiturfeier erlebt, in der dies nicht ausdrücklich und, wie ich finde, auf beeindruckende Weise sich bestätigte (so daß dann der Schulleiter schon einmal das ein oder andere kritische Wort vorzutragen hatte....). Dreißig Jahre Leibniz Gymnasium? Wir freuen uns über das Jubiläum und haben Grund zu feiern.
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