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Latein
Wahlpflichtbereich II

Der Lateinunterricht verfolgt nicht nur das sprachliche Leitziel einer Basissprache, mit deren Hilfe ein Lebens begleitendes Sprachenlernen weiter entwickelt werden soll. Er zielt auch darauf, die Schüler zu einem selbstständigen und selbstverantwortlichen Lernen zu erziehen, um das Arbeiten in der gymnasialen Oberstufe vorzubereiten.

Latein ist sicher eine anspruchsvolle Sprache. Die Vielfalt der Formen, die komplexe Art des Satzbaus sowie die fremdartigen Vokabeln verlangen die Bereitschaft zu ständiger, regelmäßiger Mitarbeit im Unterricht wie zu Hause. Andererseits bietet das Fach einen sonst nicht mehr existierenden direkten Zugang zur Welt der Antike wie des Mittelalters und die Begegnung mit Denkweisen und Wertvorstellungen, die teilweise sehr aktuell sind, teilweise uns aber auch sehr fremd vorkommen, obwohl sie unsere Geschichte und Kultur geprägt haben.

Latein als dritte Fremdsprache sollte von Schülern gewählt werden, die mit Englisch und Französisch bereits gute Erfahrungen gemacht haben und eine weitere Fremdsprache lernen wollen, die gleichzeitig zur Erweiterung ihrer muttersprachlichen Kommunikationsfähigkeit führt. Auch diejenigen, die später eventuell Sprachen, Geschichte oder andere Geisteswissenschaften studieren möchten, sind angesprochen, denn dazu ist das LATINUM teilweise noch Vorbedingung.

Der Lateinkurs zur Erlangung des LATINUMS umfasst die Klassen 8 bis 12.2. In den Klassen 8 und 9 wird er mit 4 Wochenstunden (2 schriftlichen Arbeiten pro Halbjahr) und in der Klasse 10 und den Jahrgängen 11 und 12 (Grundkurs) jeweils 3 Wochenstunden mit 2 Arbeiten bzw. Klausuren pro Halbjahr unterrichtet. Das LATINUM ist erworben, wenn Ende 12.2 mindestens die Note „ausreichend (5 Punkte)“ erreicht ist.

Der Lateinkurs gliedert sich in einen Sprachkurs (Klasse 8 bis 10) und einen daran anschließenden Lektürekurs bis Ende 12.2.

Im Sprachkurs wird der Schüler anhand eines Lehrbuches und einer Grammatik in die Formenlehre und die Syntax der lateinischen Sprache eingeführt; außerdem ist ein angemessener Grundwortschatz zu erwerben. Der systematische Aufbau einer Sprach- und Übersetzungs­kompetenz dient dem späteren Verstehen lateinischer Originaltexte. Diese werden im Lektüreunterricht in einem Dreischritt erschlossen, übersetzt und interpretiert. Auch die schriftlichen Klausuren haben das Ziel, einen originalen Text des jeweils behandelten Autors zu übersetzen und durch sprachliche und inhaltliche Fragen zum Text Einsicht in den Zusammenhang von Inhalt und Form, Intention und Wirkung zu geben.