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Schachty 2004

Schüler des Leibniz-Gymnasiums besuchen die Partnerstadt Schachty
(Artikel vom September 2004)

Die vor 15 Jahren gegründete Partnerschaft zwischen dem Leibniz-Gymnasium in Buer und dem Alexander Puschkin-Gymnasium in der russischen Partnerstadt Gelsenkirchens, Schachty, lebt. Auch in diesem Jahr fuhren Vertreter des Leibniz-Gymnasiums, 14 Schüler und Schülerinnen verschiedener Jahrgangsstufen unter der Leitung von Irmela Jung und Folker Stamm, zu ihrer Partnerschule.

Der Weg führte am 20. Mai per Flug nach Moskau und dann in einer 20stündigen Fahrt mit einem schnellen und konfortablen D-Zug in das 1000 km entfernte Schachty. So bekamen die Schüler eine Vorstellung von der Weite des russischen Raums und einer Landschaft, die sich mit ihren sanften Hügeln und ihrer dünnen Besiedlung gleichblieb.

Wie immer gab es ein reichhaltiges Programm und wechselten sich private, öffentliche und schulische Veranstaltungen ab. Der Empfang in der Schule am Montag war verbunden mit einer Besichtigung.

Unsere Gruppe mit ihren russischen Gastgebern

Das Alexander Puschkin-Gymnasium gilt als die angesehenste Schule Schachtys. Die deutschen Schüler konnten sich ein Bild machen von der Individualität und Freundlichkeit der Klassenräume. Sie konnten junge Schüler im Unterrichtsfach Tanz beim Wiener Walzer und beim Samba beobachten. Und sie sahen moderne Computerräume. Am Dienstag fand der Empfang im Rathaus statt. Michael Bojartschuk als Stellvertretender Oberbürgermeister, der auch für die Partnerschaft zwischen Schachty und Gelsenkirchen zuständig ist, und Swetlana Awtonomowa, die Vorsitzende des Stadtrates, hoben die Bedeutung gerade des Jugendaustauschs für die deutsch-russische Freundschaft hervor. Besonders eindrucksvoll war das "Letzte Klingeln", ein wichtiges Ereignis des Schullebens, feierlich, pathetisch und heiter zugleich. Alle Schüler des Gymnasiums stellten sich in einem großen Vierreck unter freiem Himmel auf und empfingen die Abiturienten, die nun bald die Schule verlassen werden und Anfang Juni mit ihren Prüfungen beginnen werden. Frau Lina Grusdo, die Direktorin des Gymnasiums, hielt eine Rede, Gesangs- und Tanzdarstellungen lösten einander ab, besonders gute Schüler wurden öffentlich belobigt und am Ende ließen die Abiturienten Dutzende von Tauben gen Himmel steigen.

Zu den besonders eindrucksvollen Besuchprogrammpunkten gehörte der Besuch der Stadt Rostow, einer Millionenstadt mit schönen alten Häusern und einer vor allem am Abend lebendigen Promenade am Don. Dort erlebten die Gäste aus Deutschland eine exzellente Aufführung der Oper "Eugen Onegin" von Peter Tschaikowski. Eine weitere Fahrt führte nach Nowotscherkassk mit der gewaltigen orthodoxen Kirche und nach Starotscherkassk, der alten Kosakenhauptstadt. Ein Besuch von Tanais, einer archäologischen Ausgrabungsstätte, zeigte die Verbindung dieses Raums mit der griechischen Kultur in der Antike. Besonders schön war dann vor allem der Besuch von Rasdorskaja, einer alten Kosakenstadt am Don, das ein kleines Kosakenmuseum und ein Kosakenhaus aufzuweisen hat, das die Gäste besuchen konnten. 4 Frauen in ihren traditionellen Gewändern sangen die alten schönen Volkslieder.

Am wertvollsten aber waren doch die Begegnungen in den Familien und die deutschen Schüler und Lehrer fühlten sich alle wie zu Hause. So war denn auch der Abschied am Bahnhof in Rostow tränenreich; viele wollen in nächsten Jahr wieder nach Schachty kommen, viele ihre russischen Freunde im Herbst zum Gegenbesuch in Gelsenkirchen empfangen. Aber mit dem Abschied war das Ende der Fahrt noch nicht gekommen. Der "Stille Don" trug die Gäste aus Gelsenkirchen zurück nach Moskau und dort konnten sie in einer Stadtrundfahrt die Schönheit dieser Stadt bewundern. Auch ein Besuch des Kreml gehörte zum Programm. Am Abend schlenderten sie durch das Zentrum, wurden Zeuge eines Rockkonzerts an der Kremlmauer, aßen im McDonalds und sahen den sagenhaften Wohlstand der wenigen "Neuen Russen" im Kaufhaus GUM und anderer Einkaufspassagen, die von Edelkarossen der Marken Mercedes, Porsche, Ferrari umstellt war. Von den Zimmern des Hotels "Russland" aus fiel der Blick zur Nacht auf die märchenhafte Kulisse von Zwiebeltürmen.

Nach 11 Tagen voller Erlebnissen ging es dann nach Hause: Die Schüler werden viel zu erzählen haben.