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12er besuchen Industriemuseum in Oberhausen
"Habt ihr Lust einen Ausflug ins Industrie-Museum zu machen...?" Vorab lag der Anreiz für unsere beiden Geschichts-Grundkurse der Stufe 12, die zu Frau Holländer und Herr Nover gehören, dass 6 Unterrichtsstunden ausfallen würden.
Das Thema der letzten Unterrichtsstunden war die Industrielle Revolution, die in England schon im 18. Jahrhundert begann und von da aus auf den restlichen Kontinent überschwappte. An sich eine spannende Unterrichtsreihe, auf alle Fälle besser als "das Problem des Nationsbegriffs in Europa" ... Also wurde einstimmig beschlossen, dass wir den Ausflug ins Industrie-Museum Oberhausen wirklich machen wollten und als Termin wurde Donnerstag, der 10. Februar 2011 bestimmt.
Zum Stundenbeginn wurde als erstes ein Treffen mit ca. 40 Schülern in einem Klassenraum einberufen. Schnell mussten unsere beiden Lehrer noch das restliche Geld einsammeln, während wir einen Film sehen durften, der sich mit dem Leben der Bergleute und deren Vorgesetzten in Gelsenkirchen und Dortmund befasst. Gut vorbereitet ging es dann mit dem Bus nach Oberhausen und dort direkt in die 150 Jahre umfassende "Schwerindustrie"- Ausstellung.
Das Museum erklärt " Geschichte wird lebendig, durch die Maschinen und die Mitarbeiter, die über die Arbeit und den Alltag der Geschichte berichten". Ja, ja, Geschichte wird lebendig?! Aber es funktionierte, wir konnten Geschichte in Oberhausen sehen und anfassen. In der riesigen Halle konnten wir uns unter anderem Fotos von Arbeitnehmern und Zwangsarbeitern, Bilder von relativ modernem Stahl- Monumenten, Filme über spezielle Arbeitsmethoden (zum Beispiel an den Hochöfen) ansehen oder den 10 Meter hohen und 35 Tonnen schweren Dampfhammer begutachten.
Doch das Industrie-Museum hat uns mehr geboten als langweiliges Bilder-Gucken, Hinter-Der-Absperrung-Stehen und Jaaa-Nichts-Anfassen. Wir konnten testen, wie geschickt wir uns bei den Aufgaben anstellen, die die Lehrlinge bei ihrer Aufnahmeprüfung in den neu entstandenen Fabriken bewältigen mussten. Neben Geschicklichkeit haben einige von uns auch ihre "Kraft" unter Beweis gestellt, indem sie eine Kiste mit Stahlerzeugnissen hochgehoben haben-zuerst muss man sein Alter auswählen, dann die Last stemmen und so lange halten, wie man kann... meist mit dem Ergebnis, dass die Anzeigetafel "schlecht" oder sogar "sehr schlecht" angezeigt hat. Natürlich wurde im Vergleich zu den Leistungen gemessen, die die Arbeiter in der Schwerindustrie vor mindestens 100 Jahren erbracht haben.
Zum Abschluss durften wir noch an einer Rallye teilnehmen, für die unsere zwei Kurse dann aufgeteilt wurden. Doch bevor es zum Ausfüllen der museumseigenen Fragebögen kam, sollten wir noch aufmerksam einem/r Museumsmitarbeiter/in zuhören. Einfach nur Zuhören wäre jedoch zu langweilig und deshalb hat ein "Vorführer" für uns anschaulich und lautstark der Prüfmaschine, die Stahl zerreißen kann, in Gang gebracht und uns damit die Lautstärke der Arbeit selber hören lassen.
Die Rallye, die Fragen zu den Arbeitsbedingungen oder zu speziellen Arbeitstechniken der Fabrikarbeiter umfasste, hat letztendlich wohl der Herr-Nover-Kurs gewonnen, zumindest haben wir am Ende Weingummis vom Museum bekommen und die anderen nicht...
Vanessa Homann

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