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Schülerwettbewerb
Sozialwissenschaften

Schülerinnen und Schüler des Leibniz-Gymnasiums sind Preisträger des Schülerwettbewerbs zur politischen Bildung

 

Die Jury der Bundeszentrale für politische Bildung war beeindruckt: Die Schülerinnen und Schüler des Differenzierungskurses Politik/Wirtschaft der Jahrgangsstufe 8 des Leibniz-Gymnasiums haben sich mit ihrem Beitrag zum Schülerwettbewerb nicht nur viel Arbeit gemacht. Ihr Thema „Stadtgeschichte(n) – hautnah“ hat sie offensichtlich intensiv beschäftigt und zu großem Einsatz angespornt. Die Anstrengung wurde jetzt belohnt: Für die herausragende Leistung gibt es einen Geldpreis von 150 Euro.

„Unser Lehrer hat uns den Wettbewerb und die Themen vorgestellt“, sagen Hannah Cichos und Julia Lauschus stellvertretend für den Kurs. „Beim Thema Stadtgeschichte(n) sollten wir ein außergewöhnliches Ereignis näher betrachten, das vor etwa 10 bis 15 Jahren in unserer Stadt geschah und bis heute große Bedeutung hat. Schnell waren wir uns einig, dass wir über die Veltins-Arena arbeiten wollten. Die Arena zieht so viele Menschen an und verbindet sie, nicht nur beim Fußball. Wir haben eine Dokumentation mit Texten und Bildern über Planung, Entstehung und Fertigstellung verfasst und nach Bonn geschickt. Besonders spannend fanden wir die Befragung von Zeitzeugen.“

Fast 50.000 Jugendliche der 5. – 11. Jahrgangsstufen aus Deutschland und Österreich haben beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung 2011 mitgemacht. Es waren 2478 im Team erarbeite Projektergebnisse zu 11 verschiedenen Themen zu bewerten. Bei dieser Konkurrenz sind die Schülerinnen und Schüler des Leibniz-Gymnasiums sehr stolz auf den Gewinn des Geldpreises. Der angesehene Wettbewerb möchte wichtige Themen in die Schulen tragen, methodische Anstöße geben und so die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer unterstützen.

Als Auszug aus der Dokumentation folgt nun das Interview mit einem Zeitzeugen.

 

Interview

Viele Leute haben den Bau fast täglich verfolgt, wie in einem Interview mit einem Zeitzeugen festgestellt wurde.

Wo haben Sie das erste Mal von dem Bauprojekt gehört?

So etwas erfahre ich immer sofort, da ich so ein Schalke-Fan bin und einfach über fast alles Bescheid weiß, was mit Schalke in Verbindung steht. Ich habe es erfahren, als ich gerade von der Arbeit nach Hause kam. Wie immer lief das Radio, und plötzlich kam die überraschende Nachricht, dass der Verein FC Schalke 04 ein neues Stadion bekommt.


Und wie haben Sie sich dabei gefühlt?

Natürlich war ich total aufgewühlt und einfach nur glücklich. Es ist ja auch mein Lieblingsverein und ich bin bei fast jedem Spiel dabei, da ich eine Dauerkarte habe. Es war einfach ein emotionaler Moment.


Und wie gingen Sie mit dieser Situation um, was taten Sie?

Ich wollte unbedingt bei dem Bau dabei sein und live verfolgen, was gerade geschah, also erkundigte ich genau, wann und wo der Bau stattfinden sollte.


Und dann?

Schnell wusste ich Bescheid und war sogar schon dabei, als der Grundstein am 21. November 1998 gelegt wurde. Immer hatte ich meine Kamera dabei und filmte wie verrückt. Diesen Tag werde ich nie vergessen, es war ein so aufregender und bedeutender Moment für mich. Und ab diesem Moment an ging ich mindestens einmal die Woche zum neuen Schalke-Stadion am Berger Feld und macht Fotos und filmte, wie sich der Bau weiter entwickelte.


Das hört sich ja alles sehr interessant an. Sind Sie dann auch wirklich immer mindestens einmal die Woche drei Jahre lang hintereinander dorthin gegangen, bis das Stadion fertig war?

Okay, jetzt bin ich mal ehrlich, jede Woche dahin habe ich es nicht geschafft, schließlich brauchte ich auch mal Urlaub.


Haben Sie sich trotzdem irgendwie auf dem Laufenden gehalten?

Ja na klar, dafür habe ich ja meine Schalke-Kollegen, die genauso im Fußballfieber sind wie ich.


Da Gelsenkirchen jetzt ein großes, neues und viel moderneres Stadion bekommen hat, hatte man vorher auch die Idee, auf dem Dach die Solartechnologie anzuwenden, also einzelne Solarmodule einzubauen, da Gelsenkirchen vor allem auch als Solarstadt bekannt ist. Wie stehen Sie dazu?

Also ich finde es gut, sogar sehr gut und es stimmt auch, dass Gelsenkirchen als Solarstadt bekannt ist, also warum sollte man dies nicht auch am Stadion weiterführen? Es ist doch auch schön, wenn die neue Sehenswürdigkeit auch etwas von dem abbekommt, sage ich mal, was in Gelsenkirchen schon bekannt ist, so werden zwei bekannte und tolle Sachen zusammengeführt.


Als das Stadion dann 2001 endlich fertig war, waren Sie doch sicher erst mal mit Ihren Kollegen feiern, oder?

Genau so war’s (lacht). Wir sind direkt los zur neuen Arena und haben erst mal auf die bevorstehenden Schalke-Jahre angestoßen. Es war wirklich toll.


Was können Sie insgesamt zum Bau des „Fußball-Tempels“ sagen?

Da fehlen mir echt die Worte. Dieses Ereignis muss man einfach miterlebt haben, ob Fußball-Fan oder nicht.


Was bedeutet dieser Bau für Gelsenkirchen?

Es war eine erfreuliche Nachricht für die Stadt, dass ein neues Stadion her musste. Unsere Stadt war in dieser Zeit das Thema überhaupt und schon sehr bekannt. Es machte die Runde in vielen Radiosendern wie auch im Fernsehen.

Der Bau dieses Stadions war einfach die RICHTIGE Entscheidung. Auch heute noch ist jedes Fußballspiel ausverkauft, und die Arena kennt einfach jeder. Durch unser Stadion, eines der modernsten Stadien überhaupt, wurde die Stadt Gelsenkirchen noch bekannter. Außerdem hat sie dadurch noch eine Sehenswürdigkeit mehr.


Dass muss ja echt etwas Tolles gewesen sein, für die Stadt Gelsenkirchen und alle Schalke-Fans, aber warum ist die Arena heute noch so beliebt und was bedeutet sie heute noch für die Stadt?

Also sagen wir es mal so, die Arena ist so gut ausgestattet, dass sie auch viele Menschen besichtigen wollen, also sozusagen mal einen Blick „hinter die Kulissen“ werfen möchten, dafür werden extra Führungen angeboten. Man kann sich aber nicht nur Fußballspiele ansehen, sondern die Arena kann auch so umgebaut werden, dass sie als Konzerthalle oder Sonstiges genutzt werden kann.

Da können der Verein FC Schalke 04 wie auch die Stadt Gelsenkirchen ja froh sein, dass sie so viel Unterstützung haben, und vor allem der Verein, dass er so viele Fans hat, die diesem immer zur Seite stehen, oder?

Ja, das kann er schon, ich bin auch froh, dass ich hier in Gelsenkirchen aufgewachsen bin und das alles miterleben durfte. Und schließlich würde ich sagen, dass die Veltins-Arena nicht umsonst hier in Gelsenkirchen steht!!! (lacht).

 

Vielen Dank, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben. Sie waren uns eine große Hilfe.

Interviewt wurde Norbert Lauschus.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 20. Juni 2012 um 06:51 Uhr