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Deutsch / : Die ästhetische Gestaltung des Lebensraums durch den Mensche
Projektkurse

Projektkurs: Die ästhetische Gestaltung des Lebensraumes durch den Menschen

 

Referenzfächer: Deutsch / Kunst

Zuordnung zu einem Aufgabenfeld der SII

Der Projektkurs ist dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld zuzuordnen.

 

Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die Interesse daran haben, auf vor allem theoretischer Ebene zu erfassen, warum die Dinge, die uns und mit denen wir uns umgeben, so aussehen, wie sie es tun.

 

Wenn du als Schülerin oder Schüler gerade diesen Text liest, befindest du dich wahrscheinlich nicht im Freien, sondern in einem Gebäude: Das Erscheinungsbild von Häusern und Wohnungen ist nicht zufälliger Art und damit auch nicht selbstverständlich. Bertolt Brecht sagte mal dazu, dass man mit Wohnungen Menschen erschlagen könne wie mit einem Hammer. Eine Zeche wiederum, die man vielleicht wegen ihres Schmutzes und Lärmes eher als bedrückend empfinden mag, hat Menschen so beeindruckt, dass sie zum Weltkulturerbe ernannt worden ist: die Zeche Zollverein.

 

Dieses Beispiel soll eine Vorstellung davon vermitteln, was in diesem Kurs thematisiert werden kann und soll: Was fanden Menschen schön oder hässlich und warum empfanden sie so – und wie und warum haben sich die Dinge geändert? Zu den Kennzeichen des Menschen, die ihn von anderen Lebensformen unterscheiden, gehören die Sprache und die ästhetische Gestaltung des Lebensraumes. Die ästhetische Gestaltung drückt sich in vielen Formen und Bereichen aus. Sie ist individuell, aber stärker noch gesellschaftlich geprägt. Die gesellschaftliche Prägung des europäischen Kulturkreises steht dabei im Mittelpunkt, da hier unser Erfahrungs- und Lebensraum liegt.

 

Das Angebot zielt aber zusätzlich auch auf Schülerinnen und Schüler ab, die ein deutliches Interesse an Eigenverantwortlichkeit und Arbeit im Team haben, denn die Themenwünsche der Kursmitglieder sollen im Mittelpunkt stehen – und damit organisieren auch sie in erster Linie die Arbeit. Konkret heißt das, dass die ersten ein, zwei Unterrichtsreihen aus praktischen und didaktischen Gründen von der Lehrkraft geplant und durchgeführt werden, danach aber die Projektgruppe wesentlich die Themenauswahl und das Projektziel bestimmt und auch unter Berücksichtigung der Referenzfächer die Präsentationsform der Ergebnisse festlegt. Die Ausrichtung auf das tatsächliche Schülerinteresse ist also wesentlicher Bestandteil der Konzeption, hier lehnt sich das Projektangebot an das Differenzierungsfach Kunst – Geschichte in der Sekundarstufe I an.

 

Abschließend auf den Punkt gebracht verfolgt also das Unterrichtsangebot drei Ziele: Bildung, Stärkung des selbständigen und eigenverantwortlichen Arbeitens, methodische Schulung im Bereich der Präsentation.

 

Im Nachfolgenden finden sich zwei Vorschläge für das erste Unterrichtsvorhaben in einem Projektkurs Q1:

 

Weltkulturerbe Zeche Zollverein

 

1. Sequenz

Die Entstehung des Ruhrgebietes: Eisenerz kommt zur Kohle

2. Sequenz

Zechenarchitektur des 19. Jahrhunderts: Festungsbau und Schlotbarone

3. Sequenz

Zollverein zwischen Versailles und Bauhaus

4. Sequenz

Alle Jahre wieder saust der Presslufthammer nieder: Zechensterben und Identitätsverlust

5. Sequenz

Ruhr Museum auf Zollverein

Außerschulische Lernorte: Besuch des Ruhr Museums, die Nacht der Industriekultur, Besichtigung ausgewählter Landmarken

Kultur mit ‚K’ wie Konflikt

 

1. Sequenz

Die Entstehung von Hochkulturen, Begriffsdefinitionen und Merkmale von ‚Kultur’, ‚Hochkultur’ und ‚Zivilisation’., Entstehungstheorien von Hochkulturen

2. Sequenz

Beispiel Griechenland / Rom, Entwicklung und Rolle der Schrift am Beispiel Latein und Ägyptisch. Die wirtschaftliche Grundlage künstlerischer Gestaltung des Raums. Die künstlerische Gestaltung des Raums an Beispielen: Plastik, Keramik, Theater, Mode, Kult, Architektur.

Außerschulische Lernorte: Theater, Museen.

3. Sequenz

Vertiefung eines Aspektes, z. B. griechischer Tempelbau und weströmische Basilika als prägende europäische Architekturform, das Pantheon und der oströmische Kuppelbau. Die Hagia Sophia: Archetyp der Moschee-Architektur?

4. Sequenz

Ortsbesichtigung, z. B.: Sankt Georg, Sankt Urbanus, Moschee Horst

5. Sequenz

Der Sakralbau als Ausdruck kultureller Identität. Romanik, Gotik, Barock, Bilderwelt und Bildersturm, Der Streit um Moschee und Minarett

 

Evaluation

 

 

Schorowsky, März 2011

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 01. Mai 2011 um 11:19 Uhr