Leibniz-Gymnasium Spitzenreiter bei Neuanmeldungen in Gelsenkirchen-Buer
Gelsenkirchen-Buer, 02.03.2011, Christiane Rautenberg
Lernen müssen alle Gymnasiasten - nur das „Wo“ bereitet Eltern und Schülern oft Kopfzerbrechen. Insgesamt geht die Zahl der Anmeldungen zurück - vor allem am AvD. Bild: Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen-Buer. Und der Gewinner ist: das Leibniz-Gymnasium. - Die Leiter der drei buerschen Gymnasien stehen nach der Veröffentlichung der Anmeldezahlen für das Schuljahr 2011/12 da wie die Spitzenkandidaten der Parteien am Wahltag, die Volkes Votum deuten müssen. Allen voran das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium (AvD) sieht ob des Einbruchs akuten Handlungsbedarf.
171 Anmeldungen im Vergleich zu 148 in 2010/11: „Das Leibniz“ ist (wieder) Spitze in Buer. Für Leiter Konrad Fulst „eine Bestätigung unseres Angebots, die zeigt, dass wir Vertrauen bei Eltern und Schülern genießen“.
Attraktiv durch Bilingualität und Förderprogramme
Den Anstieg führt er nicht nur auf die Bilingualität zurück, sondern auch auf die „intensive Unterstützung der Fünft- und Sechstklässler“ in der Erprobungsphase. „Bei uns herrscht eine ungezwungene Atmosphäre, in der die Kinder zu ihrem Recht kommen“, bringt er den Ruf des Leibniz auf den Punkt, den durch die Verkürzung der Gymnasialzeit entstehenden Druck „in Grenzen zu halten bzw. zu vermindern“.
Zudem liege die Schule an der Breddestraße verkehrstechnisch günstig für Beckhausener und Horster und sei wegen ihres Förderprogramms besonders attraktiv für Realschüler, die noch Abitur machen wollen.
Starker Einbruch am AvD
Demgegenüber muss das AvD einen Einbruch der Anmeldungen von 74 (2010/11) auf aktuell 59 verkraften. „Das ist schon bitter. Aber ich bin überzeugt, dass es nicht an unserer Arbeit liegt. Unsere Ergebnisse bei Lernstandserhebungen der Stufe 8, dem Abschluss der Stufe 10 und beim Abitur sind gut bzw. überdurchschnittlich gut“, so Leiter Friedrich Schenk.
Das fehlende Profil der Schule sei das große Manko. „Das Leibniz profiliert sich über Bilingualität, das Max-Planck-Gymnasium über Mint-Klassen (Mathematik-Informatik-Naturwissenschaften-Technik, d. Red.), unsere Bläserklasse erscheint da offenbar nicht so attraktiv.“
Naturwissenschaftliche Förderung ausbauen
Im Vergleich zu einer weiteren (3.) Unterrichtsstunde pro Woche im Mint-Bereich wirke die ebenfalls zusätzliche (3.) Musikstunde am AvD offenbar nicht so „handfest“. „Da wird mehr hineininterpretiert, als da ist“, meint Schenk. Denn die gemeinsamen Physik- und Chemie-Leistungskurse von AvD und MPG bewiesen, dass es keine signifikanten Unterschiede gebe. Das AvD erwägt trotzdem, die naturwissenschaftliche Förderung auszubauen, weil die Eltern dies wohl wünschten.
Und das MPG? Es musste zwar auch Federn lassen - die Zahl der Anmeldungen sank von 118 (2010/11) auf 105 für 2011/12 -, aber Leiter Reinhard Linnenbrink gibt sich zufrieden. Die hohe Zahl in 2010/11 sei ein „Ausreißer nach oben“ gewesen, insofern sei das aktuelle Ergebnis „solide“, zumal die Zahl der Schüler insgesamt rückläufig sei.
Im Schuljahr 1999/2000 teilten sich die drei buerschen Gymnasien noch 414 Schülerinnen und Schüler, 2011/12 sind es nur noch 332.
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