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Arsen und Spitzenhäubchen
Aktuelles - Presseschau

Das Geheimnis der reizenden alten Damen

Mit Joseph Kesselrings Krimi-Komödie „Arsen und Spitzenhäubchen" begannen die 10. Schultheatertage

„Theaterspiel ist eine uralte Form des Lernens mit allen Sinnen", betonte Kulturdezernent Manfred Beck zur Eröffnung der 10. Gelsenkirchener Schultheatertage am Sonntag im Kleinen Haus des MiR. Er habe selbst bereits im Kindergarten angefangen, Theater zu spielen: „Es gibt nichts Tolleres, als auf einer großen Bühne aufzutreten, wenn man sich mit viel Arbeit ein Stück zu eigen gemacht hat."

Anna Melcher, Chefdramaturgin des Musiktheaters, dem Gastgeber der Schultheatertage: „Wir wollen dem Treffen einen stärkeren Festivalcharakter geben." Dazu gehören gegenseitige Aufführungsbesuche der Gruppen, Nachbereitungsgespräche, die begleitende Arbeit einer Doku-Gruppe von der Gesamtschule Ückendorf und der Preis, der zum Abschluss von einer Schülerjury für die beste Ensembleleistung verliehen wird. Nach den Eröffnungsreden hieß es endlich: Vorhang auf!

Der Literaturkurs des Leibniz-Gymnasiums unter Leitung von Natascha Eisenbraun brachte zum Auftakt einen echten Klassiker auf die Bühne: Die 1941 uraufgeführte Kriminalkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen" von Joseph Kesselring, von Frank Capra mit Cary Grant prominent verfilmt, ist auch knapp 70 Jahre später immer noch höchst amüsant. Zwei alte Damen gelten in der Brooklyner Nachbarschaft als der Inbegriff der liebenswerten Nettigkeit und christlichen Nächstenliebe. Ihr Neffe Mortimer, als einziger von drei Brüdern nicht vom Wahnsinn befallen (Teddy hält sich für den US-Präsidenten Roosevelt, Jonathan ist ein gesuchter Serienmörder), entdeckt eines Tages das Geheimnis seiner beiden Tanten: In ihrer Fenstertruhe liegt nicht nur eine Leiche, im Keller findet sich gleich noch ein knappes Dutzend mehr.

Die Leibniz-Gymnasiastinnen setzten den Stoff mit Liebe zum Detail in Ausstattung und Kostüm sowie bester Spiellaune um. Dabei lösten sie auch virtuos das „Problem" der gegen Null tendierenden Männerquote: Mit angeklebten Barten und verstellter Stimme nahm man den Jungschauspielerinnen auch den Wachtmeister oder Massenmörder ab.

Großartig schlugen sich besonders die Darstellerinnen des Mortimer mit überzeugend dargestellter Nervosität an der Grenze zur Hysterie sowie des Dr. Einstein mit umwerfendem komischem Timing.

Sto

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 21. Februar 2010 um 17:40 Uhr