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Schulhaus im Wandel
Aktuelles - Presseschau

Leibniz-Gymnasium: Schulhaus im Wandel

Gelsenkirchen-Buer, 12.01.2010, Georg Meinert (WAZ)

Leibniz-Gymnasium

Seit mehr als einem halben Jahr steht er nun schon am Ruder des Leibniz-Gmynasiums, doch jede Woche gibt es für Konrad Fulst, seit Mai 2009 Chef der Penne an der Breddestraße, noch etwas Neues zu entdecken.

 

„Es braucht lange, einen Überblick über eine solch große Schule zu bekommen”, gesteht der 54-jährige Schulleiter und Pädagoge im Gespräch mit der WAZ.

Dennoch: Fulst ist längst angekommen am Leibniz, hat die meisten Eigen- und Besonderheiten der Lehranstalt kennengelernt - auch die Wünsche und Bedürfnisse. Von denen die lang diskutierte Sanierung des historischen Schulgebäudes, 1908 bezogen, das größte Vorhaben ist. „In diesem Jahr geht es auch endlich los”, so Fulst, der die Arbeiten, die weit mehr als ein Jahr dauern werden, begrüßt, aber auch die Herausforderungen, die damit verbunden sind, sieht. „Aber es bleibt keine Alternative, das alte Schulhaus hat's dringend nötig.”

Zunächst muss der Klassentrakt komplett leer gezogen werden. Dafür werden bald sieben weitere Klassencontainer auf dem Schulhof als Ausweichquartier aufgebaut. Das Gebäude wird komplett kernsaniert, voraussichtlich beginnen die Umbauarbeiten noch vor Ende des Schuljahres. 9,4 Mio € investiert die Stadt. Das Gebäude wird komplett erneuert - inklusive Vernetzung der Klassenräume, neuer Fassade und neuem Dach. Ist der Klassentrakt fertig, wird die Schulverwaltung ins dortige Erdgeschoss ziehen, wo sie ein neues Quartier haben wird.

Das Lehrerzimmer wird um die bisherigen Verwaltungsräume erweitert. Auch der Bereich von Schulbibliothek, die historische Aula sowie das Treppenhaus werden saniert. Der naturwissenschaftliche Trakt sowie das anschließende Schulhaus bleiben von der Sanierung unberührt. Gedanken müsse man sich machen, so Fulst, was mittel- bis langfristig mit dem Klassentrakt der 5er und 6er geschieht, der einst in Fertigbauweise entstand.

Konrad Fulst sieht das Leibniz-Gymnasium aber auch aus anderem Grund vor Herausforderungen: Die Heranführung des ersten G8-Jahrgangs in die Oberstufe verlange sensibles Vorgehen. Im ersten Jahr ab Sommer plane seine Schule noch eine möglichst getrennte Unterrichtung von den G9-Schülern, und erst ab Sommer 2011 - dann bis zum Abi - einen gemeinsamen Unterricht. Zusätzlicher Förderunterricht und überarbeitete Lehrpläne seien unumgänglich, so Fulst. Überhaupt G8: Die Neuausrichtung fordere „Schule”, auch das Leibniz, wobei oft auch Nebeneffekte in den Fokus träten: Nachmittagsunterricht etwa oder ein Essen in der einstündigen Mittagspause, das es ab nächstem Schuljahr am Leibniz geben wird. In diesem Schuljahr unterrichte man erstmals komplett nachmittags, wenn auch nicht täglich für jeden Jahrgang. Ein Schwerpunkt bleibe die Integration von Realschülern in die Oberstufe, deren Zahl am Leibniz traditionell hoch sei - jedes Jahr rd 40.

Für die Zukunft hält Fulst eine Oberstufen-Kooperation mit den beiden anderen buerschen Gymnasien für denkbar. „Das muss man behutsam machen und auf die Eigenständigkeit achten, doch angesichts sinkender Schülerzahlen ist das richtig.” Erstmals sei das Leibniz dieses Schuljahr vierzügig in Klasse 5 gestartet, das werde sich voraussichtlich so fortsetzen. Generell, so Fulst, wünsche er sich eine Veränderung von Schule: Es gehe nicht nur ums Lernen, sondern auch um die Persönlichkeitsbildung: Durch mehr Zeit, die an der Schule verbracht werde, durch mehr unterrichtsbegleitende Angebote entstehe eine „ganz andere soziale Atmos-phäre”. Das sollte die Schule im Blick haben, so Fulst.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 14. Februar 2010 um 11:05 Uhr