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G8 oder G9?
Aktuelles - Nachrichten

G8 oder G9? Das ist hier die Frage!

Umfrage bei den Neunern: Wie belastend ist G8?


„Wir haben durch G8 wieder Vorteile auf dem internationalen Arbeitsmarkt“; „Was nützt uns das, wenn die Hälfte chronisch übermüdet und restlos überfordert durch ihre Schulzeit geht?“ Diese und andere Argumente werden immer wieder vorgebracht, wenn es heißt: G8 oder G9? Oder gar einfach zur Wahl gestellt?


Momentan befindet sich der Jahrgang der „Versuchskarnickel“ schon in der Oberstufe. Aber schon ab nächstem Jahr heißt es für die jetzigen 9er: Auch ihr bekommt die alte 10 nicht wieder! Doch was halten die Neuntklässer eigentlich von G8? Man hört immer:“ Ach, du Armer, bist du in diesem G8 drin?“ Aber ist es wirklich so schlimm?
Wir- die Internet Redaktions-AG - hat Euch – die Stufe 9 – gefragt! Die Ergebnisse sind teils überraschend.
Die meisten haben eine 33- oder 34-Stundenwoche. Man sollte aber bedenken, dass zwei ganze Stunden für die Mittagspause noch obendrauf gerechnet werden müssen.
Knapp ein Drittel hat in unserer Umfrage angegeben, dass sie an Tagen mit Nachmittagsunterricht keine Hausaufgaben aufbekommen, an anderen Tagen sitzt die Hälfte hingegen noch eine bis zwei Stunden an Hausaufgaben; 18% sogar länger als zwei. 81 % meinten, dass sie nun nachmittags in ihren Hobbys eingeschränkt wären – an der Menge der Hausaufgaben liegt es nicht unbedingt.


Sind die Anorderungen nicht zu bewältigen?

Doch wie sieht es aber mit den Anforderungen durch G8 aus? Ist die Stufe 9 durch G8 überfordert? Dazu haben wir einfach mal nachgefragt. 46 % haben einen Notendurchschnitt von 2,0-2,9, 39 % einen Schnitt von 3,0-4. Es gibt sogar ganze 13%, deren Zeugnis einen Schnitt von 1,0-1,9 aufweist. Eine relativ durchschnittliche Quote.
Die Noten halten sich also; in der Woche ist man aber durch den Nachmittagsunterricht leicht in Hobbys und Vereinen eingeschränkt, da diese teils in der Zeit laufen. Uns hat ebenfalls interessiert, wie es denn eigentlich mit der freien Zeit am Wochenende ausschaut: Ausspannen oder Lernen? Die Hälfte hält dabei ein ausgewogenes Mittelmaß. Allerdings haben ganze 41% angegeben, so gut wie durchgehend lernen zu müssen, um mit dem Stoff noch hinterherzukommen. Die Freizeit bleibt dort also eher auf der Strecke.


Wie läufts mit den Büchern?

In dem Zusammenhang wollten wir aber mehr wissen und zwar über die aktuellen Schulbücher. Der G8er Jahrgang, der nun schon in der Oberstufe ist, hatte z.B. nie das Vergnügen mit auf G8 eingerichteten Englischbüchern zu arbeiten. Hat sich das geändert? Eher nicht! Es sind immer noch nicht alle Bücher auf G8 umgestellt und das, obwohl die Reform schon seit Jahren bekannt ist. 67% der Schüler meinen, dass die neuen Bücher dann aber zu wenige Erklärungen für zu viel Stoff enthalten würden. Langsam wird die Überforderung durch G8, zu mindestens teilweise, sichtbar.



Verlängerte Mittagspause - top oder flop?

Als letztes haben wir, etwas unabhängiger von G8, mal nachgefragt, wie die Schüler eigentlich die Mittagspause finden, die in diesem Schuljahr auf eine Stunde verlängert worden ist. Wollen sie lieber möglichst schnell nach Hause oder doch lieber vor dem Nachmittagsunterricht eine etwas längere Pause haben? Die Meinungen sind geteilt! Knapp die Hälfte (53%) ist für eine nur 30 minütige Mittagspause, die anderen finden die 60 minütige besser. Man könnte nun auf die Idee kommen zu fragen, ob die Schüler denn in der Mittagspause eigentlich dazu kommen doch mal vorkommende Hausaufgaben zu erledigen oder Sachen für den nächsten Tag schon vorzubereiten. Gerade 8% nutzen die Mittagspause für solche Dinge. Aber zur Mittagspause werden wir in Zukunft noch mehr berichten.


Also...

Man sieht, dass mit G8 noch einige organisatorische Probleme verbunden sind (was z.B. die Sache mit den Büchern angeht) und dass man sehr viel Zeit insbesondere am Wochenende aufbringen muss, um den erhöhten Anforderungen gerecht zu werden. Von grenzenloser Überforderung ist zwar nicht die Rede, aber von einer höheren Belastung schon.

In der Frage um G8 oder G9 heißt es nun abschließend: Die 9er wollen zu 51% G9 oder mindestens zu 39% dies zur Wahl gestellt bekommen. Dass die Reform aber wieder umgestellt wird, ist eher unwahrscheinlich.

 

Laura Klüner

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 10. November 2010 um 08:12 Uhr