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Nachrichten aus Wien
Aktuelles - Nachrichten

In diesem Jahr sind die Leistungskurse Deutsch (Frau Voß) und Pädagogik (Herr Gutheil) auf ihrer Studienfahrt in Wien.

Am Montag: Stadtführung mit Stefansdom, Hofburg und Burgtheater

Am Dienstag: Besuch in Schönbrunn

Am Mittwoch: 0,11 Promille

Am Donnerstag: Vier Tugenden

Am Freitag: Abschied nehmen

Nach einer angenehmen, aber ereignislosen Busfahrt von 12 Stunden konnten die 35 Schülerinnen und Schüler Hotel Gabriel an der Landstraßer Hauptstraße beziehen. Gleich am ersten Abend ging es mit Bus und U-Bahn ins Zentrum zum Stefansdom. Einige Schüler verschwanden kurzzeitig im Bermudadreieck.

Heute, am Montag gab es zunächst eine informative Stadtführung mit Stefansdom, Hofburg und Hofreitschule. Am Nachmittag stand dann eine Besichtigung des Burgtheaters mit Führung an. Dabei haben wir eine sehr interessante Einführung in die Theatergeschichte Wiens erhalten.

Als Kontrastprogramm folgte dann noch eine Stippvisite im Prater, der Wiener Ausgabe einer ganzjährigen Cranger Kirmes. Trotz wundgelaufener Füße bestand Herr Gutheil auf diesem kulturellen Highlight.

Morgen, am Dienstag geht es zum Schloss Schönbrunn und in die Hofreitschule – weiße Pferde gucken. Wie wir erfahren haben, gibt es für die Hengste nur sechs Wochen Sommerferien, aber da soll dann die Post abgehen.

Schluss für heute – wir müssen in die Heia.

Grüße aus Wien und küss die Hand

Heute am Dienstag stand der Besuch bei Kaisers in der Sommerresidenz Schönbrunn an. Wir konnten an einer sehr aufschlussreichen Führung teilnehmen. Die Zimmer waren so was von prunkvoll und Franz Josef ist schon morgens um vier Uhr aufgestanden, um seinen Geschäften nachzugehen. Darüber hat er seine Sissi mit steigendem Alter mehr und mehr vernachlässigt, was die auch nicht so toll gefunden haben soll. Aber in echt: wir haben einen guten Einblick in die Zeit der K und K Monarchie erhalten.

Im Schlossgarten wurde gerade die Bühne für ein Open Air Konzert der Wiener Philharmoniker aufgebaut, das am Abend stattfinden wird. Viele von uns werden dann noch einmal nach Schönbrunn fahren, um dieses Konzert zu erleben. Andere sind heute Abend in der City unterwegs, um Madame Butterfly vor der Staatsoper zu hören. Die Aufführung wird nämlich auf eine große Videoleinwand nach draußen übertragen.

Morgen sind wir bei Sigmund Freud auf der Couch, in seiner Wohnung in der Berggasse 19. Anschließend werden wir das Jüdische Museum besuchen.

Wie man sieht, gibt es Kultur bis zum Abwinken.

0,11 Promille

Wie viel sind 0,11 Promille von 100.000? Mit dieser Menschenmenge waren wir gestern am Sommerkonzert der Wiener Philharmoniker im Schlossgarten Schönbrunn beteiligt. Menschenmassen ohne Ende, der Jüngste zwei, der Älteste über 80, und wir mitten drin! Das Konzert hat uns begeistert, wenn es auch nicht ganz unseren Alltagsmusikgeschmack getroffen hat. Auch die Kulisse mit dem Schloss, dem schönen Garten und der Lightshow war grandios. (Dank an Herrn Fulst, Herrn Hoffmann und Herrn Kammann für die gelungene Terminierung.)

Heute hatten sich die Kurse getrennt. Die Pädagogen besuchten das Freud-Museum in den originalen Wohnräumen Sigmund Freuds in der Berggasse 19. Man stelle sich vor: mit seiner Familie hat er auf über 400 Quadratmetern gewohnt. Die Führung war super und hat uns den Menschen Freud und seine Lebens- und Arbeitsumstände sehr viel näher gebracht. Jetzt erscheint uns auch seine Theorie in einem neuen Licht.

Die Deutschler tummelten sich in der Hofburg – Hofreitschule für die Hipophilen, Kapuzinergrunft für die Nekrophilen und Hofbibliothek für die Bibliophilen.

Gemeinsam ging es dann zum Jüdischen Museum. Wir besuchten die Sonderausstellung „Die Türken in Wien“ – „Geschichte einer jüdischen Gemeinde“, die die Geschichte der Juden auf dem Balkan und in Österreich nach der Vertreibung 1492 aus Spanien und Portugal aufbereitete. Wir waren völlig überrascht, dass die osmanischen Herrscher, die ja Wien niemals eingenommen hatten, mit den Habsburgern besondere Bürgerrechte für alle Bewohner des osmanischen Reiches im Herrschaftsbereich der Habsburger ausgehandelt hatten. Darin liegt einer der Gründe für die starke sefardische Gemeinde (Sefardische Juden stammen von der iberischen Halbinsel) in Wien und Städten des Balkans vor dem zweiten Weltkrieg. Leider entsprach die Führung nicht unseren Erwartungen. Hinzu kam, dass die Ständige Ausstellung (nach Herrn Gutheils Meinung ist sie sehr sehenswert) gerade umgebaut wurde.

Morgen fahren wir zum Kloster Melk, ein Stück die Donau aufwärts.

Begegnung mit den vier Tugenden

Das rechte Bild zeigt übrigens eine barocke Monstranz mit dem Unterkiefer (inklusive eines Backenzahns) des heiligen Koloman.

Auf dem Prälatenplatz im Stift Melk hörten viele von uns vielleicht zum ersten Mal von den klassischen Tugenden: Gerechtigkeit, Weisheit, Mäßigung und Tapferkeit. Wir glauben, dass man das für Schüler übersetzten muss. Urteile über deine Lehrer ohne Ansehen der Person. Lies jeden Tag so viel, dass dir die Augen brennen und höre immer gut zu. Trinke nicht alles durcheinander. Wenn die letzte Klausur fünf war – steh auf und mach es beim nächsten Mal besser.

Nach diesem philosophischen Entree konnten wir dann eine beeindruckende und fesselnde Führung durch das Stift Melk erleben. Wir lernten, dass der Ordensgründer, der heilige Benedikt, von seinen Mitbrüdern zu Beginn zu viel Disziplin und Ordnung verlangte. Er soll es sogar soweit getrieben haben, dass seine untergebenen Mönche versuchten, ihn zu vergiften. Uns kamen sofort einige Lehrer in den Sinn, die dem heiligen Benedikt nachzueifern scheinen. Zum Glück hat der Benedikt aber noch die Kurve gekriegt und ist ein guter Ordensgründer geworden.

Das ganze Stift beeindruckte uns durch seine barocke Pracht, die in der Stiftskirche besonders zum Ausdruck kam. Dort überraschte uns dann ein Schulchor aus der Nähe von Leipzig mit zwei wunderschönen Kirchengesängen. Herr Gutheil behauptet übrigens steift und fest, den Chor extra für uns engagiert zu haben.

Heute Abend gibt es lecker Essen für alle. Der Deutsch-Lk macht auf Tex-Mex, die Pädagogen fallen in ein Beisl ein.

Liebe Grüße an alle, die in der Schule schwitzen müssen. Und immer an die Tugenden denken.

Abschied nehmen

Heuer ist unser letzter Tag in Wien. Noch ein Gang über den Naschmarkt, ein wenig Schoppen auf der Kärntner Straße und die letzten Sehenswürdigkeiten in Angriff nehmen. Die Lehrer sind unser Vorbild in Sachen Kultur und Kunst. Sie wollen sich heute die Alten Meister im Kunsthistorischen Museum reinziehen. Frau Voß ist ganz wild auf Pieter Brueghel der Ältere, und Frau Höpker muss ja wohl schon wegen der Profession mit. Die beiden Herren Lehrer werden sicher die Tüten beim Kunstschopping tragen. Und tatsächlich, bei unserem Treffen am Stefansdom tauchen alle vier mit jeder Menge Kulturballast auf.

Wir machen das obligatorische Gruppenfoto (siehe oben). Die Jungs bereiten sich schon seelisch auf die Fußball-WM vor und haben gleich eine Deutschlandfahne mitgebracht.

So, jetzt noch schnell die Geschenke für alle Lieben einkaufen.

Man sieht sich am Montag.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 26. Januar 2011 um 07:48 Uhr